Andacht 29 von 171

Es gibt Augenblicke im Leben eines Gläubigen, in denen er vo

Kap.5: Von der Vorsehung — Abschnitt 5 • 2026-06-02 • 35 Min.

Das Bekenntnis

Der überaus weise, gerechte und gnädige Gott überlässt seine eigenen Kinder oft für eine Zeit lang mannigfaltigen Versuchungen und der Verderbtheit ihres eigenen Herzens, um sie für ihre früheren Sünden zu züchtigen oder um ihnen die verborgene Kraft der Verderbtheit und die Betrüglichkeit ihres Herzens zu entdecken, damit sie gedemütigt werden; und um sie zu einer engeren und beständigeren Abhängigkeit von ihm selbst als ihrer Stütze zu erheben, und um sie wachsamer gegenüber allen künftigen Gelegenheiten zur Sünde zu machen, und um verschiedener anderer gerechter und heiliger Zwecke willen.
– Westminster Bekenntnis, Kapitel 5, Abschnitt 5

Einleitung

Es gibt Augenblicke im Leben eines Gläubigen, in denen er vor sich selbst erschrickt. Er hat jahrelang den Herrn gekannt, die Schrift gelesen, die Sünde gemieden. Und dann, an einem Tag, der wie jeder andere begann, bricht etwas aus seinem Herzen hervor, das er dort nie vermutet hätte. Ein Gedanke, der ihn beschämt. Ein Wort, das er nicht zurücknehmen kann. Eine Tat, die er nicht für möglich gehalten hätte. Er fällt, und im Fallen entdeckt er einen Abgrund in sich, von dem er nicht wusste, dass er existiert. Die Erfahrung ist so erschütternd, dass er sich fragt, ob er jemals wirklich wiedergeboren war. Das Westminster-Bekenntnis gibt dieser Erfahrung einen Namen und einen Sinn. Gott hat dich nicht verlassen – aber er hat dich für eine Zeit lang den Versuchungen und der Verderbtheit deines eigenen Herzens überlassen. Nicht aus Gleichgültigkeit oder Schwäche. Sondern aus einer Liebe, die zu tief ist, um dich in deiner Selbsttäuschung zu belassen. Der fünfte Abschnitt wendet sich von den grossen Zusammenhängen der Vorsehung – der Lenkung der Völker, der Regierung der Schöpfung, dem Geheimnis der Sünde – dem Allerinnerlichsten zu: dem geistlichen Leben des einzelnen Gläubigen. In den dunklen Stunden, wenn die Versuchung mit ungekannter Macht über dich kommt, wenn du Sünden begehst, die du an anderen verurteilt hast – in diesen Stunden hat Gott die Hand nicht von dir abgezogen. Er führt dich auf einem Weg, den du nicht gewählt hättest, einem Ziel entgegen, das du nicht sehen kannst. Das Ziel ist deine Demütigung und deine tiefere Gemeinschaft mit ihm. Vielleicht bist du heute an diesem Punkt. Eine Sünde liegt hinter dir, die du nicht ungeschehen machen kannst. Oder du steckst mitten in einer Anfechtung, die dich schlaflos macht. Dieser Abschnitt ist für dich geschrieben. Er sagt dir nicht, dass alles in Ordnung ist. Er sagt dir, dass Gott in dem, was nicht in Ordnung ist, am Werk ist – und dass seine Absichten mit dir auch in der Finsternis licht sind.

Die biblischen Grundlagen

Die Schrift geht mit einer desillusionierenden Offenheit an die Frage heran, was im Herzen eines Gläubigen wohnt. Sie kennt keine Heiligenlegenden, die den Menschen grösser machen, als er ist. Ihre grössten Gestalten – Mose, David, Petrus, Paulus – werden mit einer Ehrlichkeit gezeichnet, die dem modernen Leser gelegentlich den Atem verschlägt. Sie fallen. Sie fallen tief. Und die Schrift verheimlicht ihre Stürze nicht, weil sie in ihnen die Hand Gottes erkennt, die auf eine demütigende Weise erzieht, was sie mit erhebender Hand nicht hätte erreichen können. Der kürzeste und vielleicht präziseste Kommentar zu unserem Abschnitt steht im zweiten Buch der Chronik. Hiskia, der fromme König von Juda, hatte das Land von den Götzen gereinigt, den Tempeldienst wiederhergestellt und das Passa so gefeiert, wie es seit den Tagen Salomos nicht mehr geschehen war. Der Chronist fasst sein Leben in ein Lob zusammen, das wenigen Königen zuteil wurde: »Er tat, was recht und gut war vor dem Herrn, seinem Gott.« Und dann, fast beiläufig, fügt er einen Satz hinzu, der alles Lob in ein neues Licht taucht: »Aber als die Gesandten der Fürsten von Babel zu ihm gesandt wurden, um nach dem Wunderzeichen zu fragen, das im Land geschehen war, da verliess ihn Gott, um ihn zu prüfen, damit er alles erkenne, was in seinem Herzen war.« Jedes Wort in diesem Satz wiegt schwer. Gott verliess ihn. Nicht für immer, nicht aus Verwerfung, nicht als Antwort auf eine grobe Sünde. Sondern »um ihn zu prüfen«. Und das Ziel der Prüfung: »damit er alles erkenne, was in seinem Herzen war«. Hiskia fiel in Hochmut. Er zeigte den Babyloniern seine Schätze – nicht, um Gott zu ehren, sondern um mit seinem Reichtum zu prahlen. Der Mann, der den Tempel gereinigt hatte, trug denselben Hochmut im Herzen wie die heidnischen Herrscher, die er verurteilte. Aber er wusste es nicht. Er hätte es nie erfahren, wenn Gott ihn nicht für eine Weile sich selbst überlassen hätte. Die Prüfung offenbarte nicht etwa eine Sünde, die neu in sein Herz eingedrungen war. Sie offenbarte eine Sünde, die immer schon da war und die nur darauf wartete, an der Oberfläche zu erscheinen. Der fromme König musste fallen, um zu erkennen, dass er ein gefallener König war. Das Buch Hiob treibt dieselbe Wahrheit auf ihre äusserste Spitze. Hiob war gerecht – das Zeugnis gibt ihm Gott selbst: »Hast du achtgehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn es gibt seinesgleichen nicht auf Erden, einen so frommen und rechtschaffenen Mann, der Gott fürchtet und das Böse meidet.« Und doch lässt Gott zu, dass Satan ihn bis an die Grenze des Erträglichen versucht. Er verliert seine Kinder, seinen Besitz, seine Gesundheit. Seine Frau rät ihm, Gott abzusagen. Seine Freunde klagen ihn an, ein verborgener Sünder zu sein. Hiob hält an seiner Gerechtigkeit fest – so sehr, dass er schliesslich Gott zur Rechenschaft ziehen will. Er fordert den Allmächtigen vor sein menschliches Gericht, als könne ein Wurm über seinen Schöpfer urteilen. Dann redet Gott aus dem Wettersturm, und Hiob verstummt. Nicht weil Gott seine Fragen beantwortet hätte. Sondern weil der blosse Anblick der göttlichen Herrlichkeit alle Fragen überflüssig machte. Hiob spricht: »Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum verwerfe ich mein Reden und bereue in Staub und Asche.« Der Mann, der sich für gerecht hielt, entdeckte am Ende, dass seine Frömmigkeit mit einem Selbstvertrauen durchsetzt war, das der Feuerprobe nicht standhielt. Gott überliess ihn dem Satan, nicht weil Hiob ein Heuchler war, sondern weil selbst in einem aufrichtigen Gläubigen Verderbtheit wohnt, die erst im Schmelzofen der Anfechtung sichtbar wird. Der gerechte Hiob musste zerbrochen werden, um wahrhaft gerecht zu werden. Das Neue Testament führt die Linie fort und zeichnet sie am inneren Leben des Apostels Paulus nach. Im zweiten Korintherbrief beschreibt er eine Erfahrung, die ihm so kostbar wie schmerzhaft war. Er spricht von einem »Pfahl im Fleisch«, einem »Engel Satans, der ihn mit Fäusten schlagen sollte« – eine anhaltende Versuchung oder ein bleibendes Leiden, dessen genaue Natur Paulus nicht preisgibt. Das griechische Wort, das Luther mit »Pfahl« übersetzt, heisst skolops und meint eigentlich einen spitzen Pfahl, wie man ihn zur Folterung verwandte. Paulus lebte mit einem Schmerz, der ihn nie losliess. Dreimal, so berichtet er, hat er den Herrn angefleht, ihn davon zu befreien. Und die Antwort, die er erhielt, war keine Befreiung, sondern eine Verheissung: »Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.« Paulus hatte die Gefahr erkannt, in der er ohne diesen Pfahl gestanden hätte: die Überhebung über die hohen Offenbarungen, die ihm zuteil geworden waren. Ohne den Schmerz, ohne die Demütigung, ohne die tägliche Erfahrung der eigenen Schwäche wäre Paulus dem Hochmut erlegen, der den begabtesten Dienern Gottes droht. Der Pfahl war Gottes Mittel, ihn in der Abhängigkeit zu halten. Er bewahrte ihn vor der Sünde, indem er ihn seine Schwäche spüren liess. Ein unangenehmer Wächter, aber ein treuer. Paulus lernte, sich seiner Schwachheit zu rühmen, weil er in ihr die Kraft Christi erfuhr, die er in der eigenen Stärke nie erfahren hätte. Lukas überliefert eine Szene, die noch drastischer zeigt, wie Gott eines seiner Kinder der Versuchung überlassen kann und doch in demselben Geschehen für ihn eintritt. Jesus sitzt mit seinen Jüngern am Tisch, die Stunde des Verrats naht, und er wendet sich Petrus zu mit Worten, die eine ganze Theologie der Vorsehung enthalten: »Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dich dereinst bekehrst, so stärke deine Brüder.« Jeder Satz dieser Worte hat sein Gewicht. Der Satan hat begehrt – er kann keinen Gläubigen antasten, ohne dass Gott es zulässt. Euch zu sieben – das Sieben des Weizens trennt die Spreu vom Korn; Satans Absicht ist Zerstörung und Tod. Ich aber habe für dich gebetet – Christus steht in der himmlischen Fürbitte zwischen dem Versucher und dem Versuchten. Dass dein Glaube nicht aufhöre – der Glaube selbst wird bewahrt, aber nicht vor dem Fall, sondern im Fall. Und wenn du dich dereinst bekehrst – Petrus wird fallen, er wird den Herrn dreimal verleugnen, aber er wird auch wiederhergestellt werden. So stärke deine Brüder – der Fall selbst wird zum Dienst; der gestrauchelte Petrus wird den Brüdern, die noch nicht gefallen sind, ein Hirte sein können, der ihre Anfechtung versteht. Die Nacht kam, und Petrus fiel, genau wie Jesus es vorhergesagt hatte. Er verleugnete seinen Herrn mit Flüchen. Der Hahn krähte, und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich. Der Satan hatte ihn gesiebt, und viele Spreu war an die Oberfläche gekommen: Selbstvertrauen, Prahlerei, Feigheit. Aber der Glaube hörte nicht auf. Der Herr, der für ihn gebetet hatte, hatte sein Gebet erhört. Drei Tage später, am See Genezareth, stellte Christus den Gefallenen wieder her – mit einer dreifachen Frage, die der dreifachen Verleugnung antwortete: »Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?« Die Wunde wurde nicht vertuscht. Sie wurde geheilt, indem sie berührt wurde. Den tiefsten Einblick in den Zustand des Gläubigen gewährt Paulus im siebten Kapitel des Römerbriefs. Er beschreibt nicht einen vergangenen Kampf, sondern seine gegenwärtige Erfahrung: »Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich.« Der Apostel, der die höchsten Offenbarungen empfangen hatte, entdeckte täglich die verborgene Kraft der Verderbtheit in seinem Herzen. Er hatte Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen, und doch sah er ein anderes Gesetz in seinen Gliedern, das ihn gefangen nahm. Der Kampf war so heftig, dass er ausrief: »Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leibe des Todes?« Und er antwortete sich selbst im Glauben: »Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn!« Die Schrift lässt keinen Raum für die Vorstellung, ein Gläubiger könne in diesem Leben die verborgene Verderbtheit seines Herzens hinter sich lassen. Sie lehrt vielmehr, dass Gott selbst es ist, der diese Verderbtheit Stück um Stück an die Oberfläche bringt – oft durch die Mittel, die der fünfte Abschnitt beschreibt: durch Zeiten, in denen er seine Kinder den Versuchungen und der Macht ihres eigenen Herzens überlässt. Der Christ, der diese Texte liest, lernt eine doppelte Lektion: Er lernt, sich selbst zu misstrauen, und er lernt, dem Gott zu vertrauen, der selbst die Sünde seiner Kinder in die Hand nimmt und zu einem heilsamen Ende führt.

Was die Westminster-Väter meinten

Die Versammlung in der Jerusalem Chamber, die diesen Abschnitt verfasste, bestand nicht aus weltfremden Gelehrten, sondern aus erfahrenen Seelsorgern. Die meisten von ihnen hatten Gemeinden geleitet. Sie hatten Gläubige fallen sehen. Sie hatten Busskämpfe begleitet und Wiederherstellungen miterlebt. Wenn sie schrieben, dass Gott seine eigenen Kinder »oft« – nicht selten, nicht ausnahmsweise, sondern regelmässig – den Versuchungen und der Verderbtheit ihrer Herzen überlasse, dann schrieben sie aus der Kenntnis des menschlichen Herzens und aus der Kenntnis der Schrift. Die Väter wählten ihre Worte mit der Präzision von Männern, die wussten, dass ein einziges falsches Wort Seelen in die Verzweiflung treiben oder umgekehrt in falsche Sicherheit wiegen kann. Das zentrale Verb des Abschnitts lautet im englischen Original »to leave« – verlassen, überlassen. Es ist dasselbe Wort, das die King-James-Bibel in 2. Chronik 32,31 für Hiskia verwendet: »God left him«. Die Väter sagen nicht: Gott verführt seine Kinder. Sie sagen nicht: Gott treibt sie in die Sünde hinein. Sie sagen nicht einmal: Gott schickt ihnen die Versuchung. Sie sagen: Gott überlässt sie für eine Zeit lang den Versuchungen und der Verderbtheit. Das heisst: Er zieht seine bewahrende Hand für eine bestimmte Zeit und zu einem bestimmten Zweck zurück. Er entzieht ihnen die besondere Gnade, die sie vor dieser Sünde bewahrt hätte, und in dem Masse, wie er sich zurückzieht, brechen die Versuchung von aussen und die Verderbtheit von innen über sie herein. Die Sünde, die sie begehen, ist ganz und gar ihre eigene. Aber die Umstände, unter denen sie sie begehen, sind von Gott geordnet. Die zeitliche Begrenzung ist von entscheidender Bedeutung. Der Abschnitt spricht von einer bestimmten Dauer: »für eine Zeit lang« – for a season. Gott überlässt seine Kinder nicht für immer ihrer Verderbtheit. Er gibt sie nicht preis. Er wendet sich nicht endgültig von ihnen ab. Die Nacht hat ein Ende. Der Winter weicht dem Frühling. Die Wolke, die sich vor die Sonne geschoben hat, zieht vorüber. Der Beter des 30. Psalms, der aus einer solchen Nacht heraus schreibt, bezeugt es mit einer Genauigkeit, die nur der erfahrene Glaube kennt: »Denn sein Zorn währt einen Augenblick, und lebenslang seine Gnade. Den Abend lang währt das Weinen, aber am Morgen ist Freude.« Die Väter wussten: Ein Gläubiger, der die Dauer seiner Anfechtung nicht kennt, braucht die Gewissheit, dass sie begrenzt ist. Er muss wissen, dass der Gott, der ihn der Versuchung überlassen hat, auch der Gott ist, der das Ende der Versuchung schon festgesetzt hat. Die Zweckbestimmungen, die der Abschnitt aufführt, lesen sich wie eine seelsorgerliche Landkarte durch das dunkle Tal der Anfechtung. Fünf Gründe nennt das Bekenntnis, und es fügt hinzu, dass diese Liste nicht erschöpfend ist: »und um verschiedener anderer gerechter und heiliger Zwecke willen«. Die Demut der Väter, die nicht beanspruchen, alle Absichten Gottes zu kennen, ist selbst ein seelsorgerliches Vorbild. Sie sagen dir nicht: Wir erklären dir genau, warum Gott das tut. Sie sagen: Wir nennen dir, was die Schrift an Gründen erkennen lässt, und wir vertrauen, dass Gott darüber hinaus gerechte und heilige Absichten verfolgt, die wir nicht kennen. Das Bekenntnis entfaltet diese Zwecke in fünf Stufen. Die erste ist die Züchtigung für frühere Sünden: Gott straft seine Kinder nicht als Richter, der die Verdammnis vollstreckt – Christus hat die Strafe getragen –, sondern als Vater, der erzieht. »Wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt«, lehrt der Hebräerbrief. David, der mit Batseba die Ehe brach, musste die bitteren Früchte seiner eigenen Tat kosten – aber die Züchtigung trieb ihn in den 51. Psalm, nicht in die Verzweiflung. Die zweite Stufe ist die Entdeckung der verborgenen Verderbtheit. Der Mensch kennt sein eigenes Herz nicht. Jeremia spricht es mit unerbittlicher Härte aus: »Es ist das Herz ein trotzig und verzagtes Ding; wer kann es ergründen?« Nur Gott offenbart dem Gläubigen nach und nach, was in ihm schlummert – nicht auf einmal, es würde ihn zerschmettern. Die Versuchung erschafft die Sünde nicht; sie offenbart sie. Wie das Feuer dem Gold nichts hinzufügt, sondern nur die Schlacken sichtbar macht, so bringt die Prüfung ans Licht, was immer schon im Herzen lag. Daraus folgt die dritte Stufe: die Demütigung. Ein Christ, der seine eigene Verderbtheit nicht kennt, kann nicht wahrhaft demütig sein. Erst wenn die Sünde ihn in den Staub wirft, wenn er mit eigenen Augen sieht, wozu er fähig ist, wenn er wie der Zöllner im Tempel an seine Brust schlägt und spricht: »Gott, sei mir Sünder gnädig!« – erst dann beginnt echte Demut. Der Christ, den Gott gedemütigt hat, bekennt mit Paulus, dass er der vornehmste der Sünder ist, und er tut es nicht als Floskel, sondern als Überzeugung eines Herzens, das seinen eigenen Abgrund gesehen hat. Die vierte Stufe ist die tiefere Abhängigkeit von Gott. Der alte Adam im Gläubigen will aus eigener Kraft stehen. Gott muss ihn fallen lassen, damit er lernt, dass er aus eigener Kraft nicht stehen kann. Der Fall zerbricht das Selbstvertrauen; in die Lücke tritt das Gottvertrauen. Der Wiederhergestellte klammert sich an Christus mit einer Kraft, die er vorher nicht kannte. Das ist nicht träge Passivität, sondern kämpferische Abhängigkeit: alle verordneten Mittel gebrauchen und doch wissen, dass die Mittel nichts sind ohne den Segen dessen, der sie gegeben hat. Die fünfte Stufe ist die Wachsamkeit. Ein Gläubiger, der nie gefallen ist, wird sorglos. Ein einziger Fall lehrt ihn mehr Wachsamkeit als zehn Jahre gefahrlosen Wandels. Petrus, der den Herrn verleugnet hatte, warnte die Gemeinden später mit einer aus eigener Erfahrung gespeisten Eindringlichkeit: »Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.« Die Wunde war geheilt, aber die Narbe blieb und lehrte ihn lebenslang die Wachsamkeit. Die Väter schliessen mit einer Klausel, die das theologische Masshalten auf die Spitze treibt: »und um verschiedener anderer gerechter und heiliger Zwecke willen«. Sie geben zu, dass sie nicht alle Gründe kennen. Gott hat Absichten, die er nicht offenbart hat. Einiges von dem, was er in deiner Anfechtung wirkt, wirst du vielleicht erst in der Ewigkeit verstehen. Anderes mag dir für immer verborgen bleiben, und du wirst es nicht brauchen zu wissen, weil du dann den siehst, der es gewirkt hat, und sein Anblick alle Fragen beantworten wird. Die Reformierten haben immer betont, dass Gottes verborgenen Willen zu durchdringen weder möglich noch nötig ist. Sein geoffenbarter Wille genügt. Du weisst, dass deine Anfechtung einen Zweck hat, auch wenn du ihn nicht siehst. Du weisst, dass der Zweck gerecht und heilig ist, auch wenn deine Gefühle dir das Gegenteil einflüstern. Und du weisst, dass der, der den Zweck gesetzt hat, dein Vater ist – der Vater, der das Ende von Anfang an kennt und der seinen Kindern nichts gibt als das, was zu ihrem ewigen Besten dient.

Theologische Tiefe

Die reformierte Tradition hat diesem Abschnitt mit einer Sorgfalt nachgedacht, die aus der Erfahrung der eigenen Anfechtung geboren war. Die Reformatoren und ihre Nachfolger waren keine Leute, die über die Sünde schrieben, ohne sie zu kennen. Sie hatten, wie Luther es ausdrückte, den Teufel an der eigenen Tür klopfen hören. Ihre Theologie der Versuchung und der bleibenden Verderbtheit war keine akademische Konstruktion, sondern der Niederschlag eines lebenslangen geistlichen Kampfes. Der puritanische Theologe John Owen, dessen Schriften über die innewohnende Sünde und die Versuchung zu den tiefsten der ganzen Kirchengeschichte gehören, näherte sich dem Thema mit einer analytischen Genauigkeit, die den Seelsorger und den Theologen in einer Person vereinte. In seiner Abhandlung über die innewohnende Sünde in den Gläubigen unterscheidet Owen sorgfältig zwischen der Sünde, die im Gläubigen herrscht, und der Sünde, die im Gläubigen noch wohnt. Vor der Wiedergeburt herrschte die Sünde unangefochten. Der natürliche Mensch sündigt, wie der Vogel fliegt und der Fisch schwimmt: aus der Notwendigkeit seiner Natur. Aber im Gläubigen hat die Sünde ihre Herrschaft verloren. Christus hat sie entthront. Der Geist hat einen neuen Menschen geschaffen, der die Sünde hasst und das Gesetz Gottes liebt. Und doch wohnt die Sünde weiter im Gläubigen – nicht als König, aber als Rebell; nicht als Herr, aber als Feind, der nie aufgibt. Owen nennt sie »das Gesetz der Sünde«, das in den Gliedern des Gläubigen weiter wirkt, dem Gesetz des Geistes widerstrebt und den Gläubigen oft gefangen nimmt, wie Paulus es im Römerbrief beschreibt. Diese innewohnende Sünde, so Owen, hat eine verborgene Kraft, von der der Gläubige unter normalen Umständen nichts weiss. Sie liegt wie eine schlafende Schlange im Herzen und rührt sich nicht, bis die Wärme der Versuchung sie weckt. Owen vergleicht sie mit einer Belagerungsarmee, die unter der Erde Minen legt, ohne dass die Verteidiger es merken. Jahrelang kann ein Christ einen aufrichtigen Wandel führen, die Sünde meiden, die Gebote halten – und doch hat die verborgene Kraft der Sünde in der Tiefe weitergearbeitet. Dann kommt eine Versuchung, auf die er nicht vorbereitet war, eine Gelegenheit, der er nicht auswich, und die Mine explodiert. Die Sünde, die an die Oberfläche bricht, ist nicht neu. Sie war immer da. Sie war nur verborgen. Und Gott, der sie sah, hat die Umstände so geführt, dass sie offenbar wurde – nicht um den Gläubigen zu vernichten, sondern um ihn zu heilen. Owen schreibt: »Gott lässt die Sünde in den Herzen seiner Kinder oft lange schlummern, damit sie ihre eigene Kraftlosigkeit erkennen und lernen, sich nicht auf ihre bisherige Bewahrung zu verlassen, sondern auf den, der allein bewahren kann.« Owen zeigt in einer eigenen Schrift, was Gott mit der Zulassung der Versuchung bezweckt. Die Versuchung, obwohl sie vom Satan und von der eigenen Begierde kommt, dient Gottes Absichten. Er gebraucht sie, um dem Gläubigen zu zeigen, was in seinem Herzen ist; um ihn von falscher Sicherheit zu heilen; um sein Gebetsleben zu vertiefen: Wer die Macht der Versuchung gespürt hat, betet mit der Dringlichkeit eines Ertrinkenden. Und durch sie verherrlicht Christus sich: Die wiederherstellende Gnade, die Kraft in der Schwachheit, die Treue, die auch in der Untreue des Menschen nicht wankt – all das lernt der Gläubige erst in der Tiefe kennen. Calvin behandelt in der Institutio das Tragen des Kreuzes als wesentlichen Teil der Nachfolge Christi. Gott demütigt seine Kinder nicht nur durch äussere Leiden, sondern auch durch innere Anfechtungen. Das Ziel aller göttlichen Zucht ist die Selbstverleugnung: Der Mensch muss lernen, dass er nichts ist, damit er sich ganz auf Gott verlässt. Calvin schreibt: »Solange der Mensch auch nur ein Körnlein Vertrauen auf sich selbst hat, kann Gott nicht recht von ihm erkannt werden; denn der Mensch verdeckt sich selbst die Augen, um Gottes Güte nicht zu sehen.« Gott entzieht dem Gläubigen die Süssigkeit seiner Gnade, er lässt ihn die eigene Verderbtheit schmecken – all das, um das Selbstvertrauen zu zerstören, das zwischen der Seele und ihrem Gott steht. Calvin erinnert daran, dass Gott dem Petrus den Fall vorhergesagt und ihn dennoch nicht davor bewahrt hat – »weil er ihm dadurch zeigen wollte, dass er nichts war und dass er ohne ihn nichts vermochte«. Thomas Watson hat in seinem Buch über Römer 8,28 einen Gedanken entfaltet, der in unseren Abschnitt führt. Er fragt, wie selbst die Sünden der Gläubigen ihnen zum Besten dienen können. Die Sünde demütigt den Gläubigen, und Demut ist der Boden, auf dem alle Gnade wächst. Sie treibt ihn zu Christus, wie der Sturm das Schiff in den Hafen treibt. Die Vergebung wird umso höher geschätzt – wer nie tief gefallen ist, weiss nicht, was Vergebung bedeutet. Sie macht ihn sanftmütig gegenüber den Fehlern anderer; wer den Balken im eigenen Auge gesehen hat, wird nicht nach dem Splitter im Auge des Bruders suchen. Und sie weckt die Sehnsucht nach der himmlischen Heimat, wo die Sünde für immer besiegt sein wird. Watson weiss, dass diese Gedanken für den Unbekehrten gefährlich sind. Für den Gläubigen, der unter seiner Sünde leidet, sind sie ein Balsam, der heilt. Heinrich Bullinger, der Antistes von Zürich, der über vierzig Jahre lang die reformierte Kirche der Eidgenossenschaft leitete, widmete in seinen Dekaden dem Thema der Versuchung eine ausführliche Predigt. Bullinger unterscheidet scharf zwischen der Versuchung, die von Gott kommt, und der Versuchung, die vom Teufel und vom eigenen Fleisch ausgeht. Gott versucht niemanden zum Bösen, wie Jakobus es unmissverständlich sagt. Aber Gott prüft die Seinen, er stellt sie auf die Probe, er führt sie in Umstände, in denen ihr Glaube bewährt und geläutert wird. Die Schrift gebraucht für beide Vorgänge dasselbe Wort – peirasmos –, und die Unterscheidung liegt nicht im äusseren Geschehen, sondern in der Absicht des Handelnden. Der Satan will zerstören. Das Fleisch will sündigen. Gott will läutern und stärken. Ein und derselbe Sturm kann das Haus des Gottlosen zum Einsturz bringen und das Haus des Gläubigen von morschem Gebälk befreien. Bullinger ermahnt den angefochtenen Christen, nicht auf die Versuchung zu starren, sondern auf den Gott, der sie begrenzt und lenkt. »Der Satan mag das Sieb in der Hand halten«, schreibt er, »aber der Herr hält die Hand des Satans.« Die reformierte Tradition hat diese Wahrheit nie als Vorwand für eine leichtfertige Haltung gegenüber der Sünde missverstanden. Sie hat vielmehr, wie unser Bekenntnisabschnitt selbst, zwei Aussagen nebeneinander gestellt, die sich gegenseitig im Gleichgewicht halten: Der Gläubige ist für seine Sünde voll verantwortlich und muss sie mit ganzem Ernst bekämpfen. Und dieselbe Sünde, für die er verantwortlich ist, steht unter Gottes Vorsehung und dient, ohne dass der Gläubige es weiss, seinen heiligen und heilsamen Absichten. Wer eine dieser Aussagen preisgibt, verliert entweder den sittlichen Ernst oder den Trost. Das Bekenntnis hält beide fest, weil die Schrift beide lehrt und der Glaube beide braucht.

Anwendung für das reformierte Leben

Erstens: Erkenne die verborgene Verderbtheit deines eigenen Herzens und sei nicht naiv. Die schwerste Versuchung, die einem Gläubigen begegnen kann, ist nicht die offensichtliche Sünde der Welt, sondern die verborgene Sünde des eigenen Herzens. Der Puritaner John Flavel verglich das menschliche Herz mit einem unerforschten Ozean: Du magst die Oberfläche kennen, aber die Tiefe kennst du nicht. Du weisst nicht, welche Ungeheuer in der Finsternis lauern. Diese Erkenntnis soll dich nicht in ständige Angst versetzen, aber sie soll dich vor einer frommen Naivität bewahren, die dich wehrlos macht. Der Christ, der meint, er sei über eine bestimmte Sünde erhaben, steht kurz davor, in sie zu fallen. Der Christ, der auf die Sünden anderer mit Verachtung herabblickt, spielt mit einem Feuer, das auch ihn verzehren kann. Die Schrift warnt: »Wer sich dünken lässt, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle.« Die verborgene Kraft der Verderbtheit wohnt in jedem Herzen, auch in dem deinen. Diese Erkenntnis ist nicht angenehm, aber sie ist heilsam. Sie treibt dich ins Gebet, macht dich wachsam und bewahrt dich vor der Selbstsicherheit, die der Nährboden jedes tiefen Falles ist. Zweitens: Verzweifle nicht an deiner Gotteskindschaft, wenn du fällst. Wenn du in eine Sünde gefallen bist, die du nie für möglich gehalten hättest, flüstert der Satan dir zu, du seist nie wirklich wiedergeboren gewesen. Höre nicht auf ihn. Höre auf das Bekenntnis: Gott überlässt seine eigenen Kinder der Versuchung und der Verderbtheit ihres Herzens. Der Fall beweist nicht, dass du kein Kind Gottes bist, sondern dass du noch auf der Erde lebst und die Reste der Sünde mit dir trägst. Der Unterschied zwischen dem gefallenen Gläubigen und dem gefallenen Ungläubigen liegt nicht in der Tiefe des Falls. Er liegt darin, dass der Gläubige im Fall um Christus ringt und zu ihm zurückfindet. Dein Schmerz über deine Sünde, deine Sehnsucht nach Wiederherstellung – sie sind Zeichen, dass der Geist Gottes noch in dir wirkt. Der tote Sünder empfindet keinen Schmerz. Drittens: Prüfe dein Herz, bevor Gott es durch Anfechtung tun muss. Der Herr ruft dich zur Selbstprüfung: »Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine.« Wenn du dieses Gebet ernstlich betest, wirst du Sünden entdecken, die du bisher nicht erkannt hast. Eine Bitterkeit, die du hegst und mit dem Mantel des Rechts bedeckst. Ein Stolz, der sich in Demut verkleidet. Diese Sünden jetzt zu entdecken, im Licht des Wortes, ist schmerzhaft, aber es ist Sanftmut Gottes. Wenn du sie nicht jetzt entdeckst, wirst du sie später entdecken – vielleicht in einer Anfechtung, die dich in den Staub wirft. Viertens: Suche in der Anfechtung nicht zuerst die Befreiung, sondern die Lektion. Die natürliche Reaktion ist der Schrei: Herr, nimm diesen Pfahl von mir! Paulus hat dreimal so gebetet. Die Antwort war keine Befreiung, sondern eine tiefere Gnade: »Lass dir an meiner Gnade genügen.« Frage dich, bevor du zum dritten Mal um Befreiung bittest: Was will Gott mich lehren? Welche Sünde will er entdecken? Welche Abhängigkeit will er wirken? Die Anfechtung hat ein Ziel, und wenn du es erkennst, bevor sie vorüber ist, hast du ihren tiefsten Segen schon empfangen. Vielleicht bleibt die Anfechtung wie der Pfahl bei Paulus. Aber dann wirst du mit ihm sprechen: »Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.« Fünftens: Kämpfe gegen die Sünde im Wissen, dass du aus eigener Kraft nicht siegen kannst. Die Lehre von der innewohnenden Verderbtheit führt nicht in die Trägheit, sondern in einen Kampf, der mit verzweifelter Abhängigkeit von Gott geführt wird. Greife zu den Mitteln: das Wort, das Gebet, die Gemeinschaft der Heiligen, das Abendmahl. Aber vertraue nicht auf die Mittel, sondern auf den Gott der Mittel. Der gerechte Mann fällt siebenmal und steht wieder auf – nicht weil er ein Held ist, sondern weil der Herr ihn bei der Hand fasst. Dein Kampf ist der Kampf eines Verwundeten, den ein Stärkerer trägt. Sechstens: Vertraue auf Christus, der versucht wurde und für dich zur Rechten des Vaters bittet. Der Hebräerbrief sagt: »Wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mitfühlen mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde.« Christus hat die Versuchung in der Wüste und in Gethsemane und auf Golgatha erfahren, in einer Tiefe, die kein Gläubiger je erreichen wird. Er hat für Petrus gebetet, und er betet für dich. Seine Fürbitte ist der Grund, warum keine Versuchung, der Gott dich überlässt, deinen Glauben endgültig zerstören kann. Die Hand, die dich hält, hat die Nägelmale, die für deine Sünden geschlagen wurden.

Gebet

Himmlischer Vater, du überaus weiser, gerechter und gnädiger Gott, wir treten vor dich hin als deine Kinder – Kinder, die dich lieben und doch die Sünde nicht losgeworden sind. Du hast uns für eine Zeit lang den Versuchungen und der Verderbtheit unseres eigenen Herzens überlassen, und die Entdeckung der verborgenen Sünde hat uns erschreckt. Wir haben nichts, dessen wir uns rühmen könnten, ausser deiner Gnade in Christus. Wir danken dir für die Züchtigung aus deiner Vaterhand. Sie war bitter, aber sie diente uns zum Guten. Du hast uns fallen lassen, damit wir lernten, dass wir nur stehen können, wenn du uns hältst. Du hast uns deine Nähe entzogen, damit wir sie wieder suchten mit einem Ernst, der keine Ruhe fand, bis er dich gefunden hatte. Herr Jesus Christus, du treuer Hoherpriester, der du versucht worden bist in allem wie wir, wir danken dir für deine Fürbitte. Du hast für Petrus gebetet, und du betest für uns. Wir sind gefallen, und du hast uns wiederhergestellt. Deine Gnade hat genügt, wo unsere Kraft versagte. Deine Treue hat gehalten, wo unsere Treue brach. Lass uns niemals vergessen, dass unser Heil nicht auf unserem Halten, sondern auf deinem Gehaltenwerden ruht. Heiliger Geist, erforsche unser Herz und prüfe unsere Gedanken. Zeige uns die Sünde, die wir nicht sehen wollen. Führe uns zur Busse, die bis auf den Grund der Seele geht. Wirke in uns das Wollen und das Vollbringen. Lass uns nüchtern sein und wachen, denn der Feind geht umher. Aber lass uns auch getrost sein, denn der Löwe aus Juda hat überwunden, und in Christus sind wir mehr als Überwinder. Wenn die Nacht der Anfechtung sich wieder über uns senkt, erinnere uns an dein Wort: dass du uns nicht für immer der Verderbtheit überlässt, sondern nur für eine Zeit; dass der Zweck der Prüfung nicht Zerstörung, sondern Läuterung ist; und dass das Ende aller deiner Wege mit uns die Herrlichkeit ist, in der wir dich sehen werden, wie du bist. Bis dahin bewahre uns in deiner Treue, die grösser ist als unser Unglaube, und trage uns heim. Das erbitten wir im Namen Jesu Christi, unseres Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht, ein Gott, hochgelobt in Ewigkeit. Amen.
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