Obwohl die wahrhaft Gläubigen nicht unter dem Gesetz als einem Bund der Werke stehen, um dadurch gerechtfertigt oder verdammt zu werden, so ist es doch von grossem Nutzen für sie wie auch für andere: Als Richtschnur des Lebens, die sie über den Willen Gottes und ihre Pflicht unterrichtet, leitet und verbindet es sie, demgemäss zu wandeln; es entdeckt auch die sündigen Befleckungen ihrer Natur, ihres Herzens und ihres Lebens, sodass sie, wenn sie sich an ihm prüfen, zu weiterer Überführung von, Demütigung über und Hass gegen die Sünde gelangen können, zusammen mit einem klareren Blick für ihre Bedürftigkeit nach Christus und der Vollkommenheit seines Gehorsams. Es dient den Wiedergeborenen ebenso dazu, ihre Verderbtheit zu zügeln, indem es die Sünde verbietet; und seine Drohungen dienen dazu zu zeigen, was selbst ihre Sünden verdienen und welche Heimsuchungen sie in diesem Leben dafür zu erwarten haben, obwohl sie von dem im Gesetz angedrohten Fluch befreit sind. Die Verheissungen des Gesetzes zeigen ihnen gleichermassen Gottes Wohlgefallen am Gehorsam und welche Segnungen sie auf dessen Ausübung hin erwarten dürfen, wiewohl nicht als eine ihnen nach dem Gesetz als einem Bund der Werke geschuldete Belohnung. So ist es denn kein Beweis dafür, dass jemand unter dem Gesetz und nicht unter der Gnade steht, wenn er das Gute tut und das Böse meidet, weil das Gesetz zu dem einen ermutigt und von dem anderen abschreckt.– Westminster Bekenntnis, Kapitel 19, Abschnitt 6
Andacht 100 von 171
Das Gesetz und die Wiedergeborenen: Sie wandeln darin freiwillig
Ch.19: Of the Law of God — Abschnitt 6 • 2026-08-05 • 35 min